Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben, insbesondere in der Praxisgründungsphase, Schwierigkeiten mit der Abrechnung nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker GebüH. Vor allem das Auffinden der korrekten Abrechnungssätze bereitet vielen Therapeuten Kopfzerbrechen. Dabei ist die Sache eigentlich recht einfach.

Jede GebüH Ziffer hat nicht nur einen Abrechnungssatz, sondern gleich mehrere. Welche Abrechnungssätze pro Patient verwendet werden müssen, hängt von der „Abrechnungsart“ des Patienten ab. Ein Bundespolizist wird z.B. über die „Bundesbeihilfe“ abgerechnet. Ein Lehrer oder eine Lehrerin wird mit den Sätzen der „Landesbeihilfe“ (z.B. Beihilfe Bayern) abgerechnet. Falls ein Patient gesetzlich versichert ist (und keinen Kostenträger wie z.B. eine Zusatzversicherung an der Hand hat), kommt die Abrechnungsart „Selbstzahler“ zum Einsatz usw.

Wir möchten gerne allen Anwenderinnen und Anwendern der Software SalutaMED einen Werkzeugkasten für den Umgang mit dem GebüH zur Verfügung stellen. Nachfolgend beschreiben wir ausführlich, wie Therapeuten einfach und leicht die richtigen Abrechnungsarten und damit die richtigen Abrechnungssätze finden können. Vorab sei erwähnt, dass viele GebüH Tabellen im Internet diesen Sachverhalt nur unzureichend abbilden. Auch viele Anleitungen und GebüH-Abrechnungs-Fibeln enthalten nur wenige Abrechnungssätze pro Ziffer (Spalten in den Tabellen).

Nutzen Sie die nachfolgende Anleitung wie ein Schweizer Taschenmesser. Klappen Sie das Werkzeug aus, das für Ihren Patienten zutreffend ist. In der Grafik sind alle denkbaren Konstellationen für die Auswahl der Abrechnungsart als Entscheidungs-Pfade dargestellt.

Abrechnungsart finden Heilpraktiker Software SalutaMED

Als allererstes sollten Sie mit dem Patienten klären, ob dieser verbeamtet oder gesetzlich bzw. privat krankenversichert ist. Das ist eine ganz entscheidende Frage, weil Sie mit dieser einen Frage klären können, auf welchem Entscheidungs-Pfad es in der Grafik „weitergeht“.

Beihilfe – Beamte

Falls ein Patient verbeamtet ist, muss nur noch ermittelt werden, ob dieser ein Beamter des Bundes (Abrechnungsart „Beihilfe Bund“), eines Bundeslandes (Abrechnungsart „Beihilfe Bayern“, „Beihilfe NRW“ etc.) oder ein Postbeamter („PostBeaKK“) ist. In heilpraxisLIFE bzw. SalutaMED wird die zutreffende Abrechnungsart beim Patienten eingetragen. Die Preisfindung für die Abrechnungsziffern wird ab diesem Zeitpunkt vom System automatisch im Hintergrund vorgenommen.

Gesetzliche Krankenversicherung GKV

Falls ein Patient gesetzlich krankenversichert ist, muss noch geklärt werden, ob evtl. eine Zusatzversicherung die Kosten für die Behandlung übernehmen wird. In diesem Fall wird beim Patienten die Abrechnungsart „Zusatzversicherung“ eingetragen. Falls die Zusatzversicherung z.B. den „PKV Mindestsatz“ oder „minimaler Rahmen“ übernimmt, kann auch diese Abrechnungsart verwendet werden.

Falls ein Patient alle Behandlungskosten selber übernimmt, kann beim Patienten die Abrechnungsart „Selbstzahler“ eingetragen werden. In diesem Fall ist es egal, ob ich eine einzelne Abrechnungsziffer mit einem pauschalen Betrag auf die Rechnung schreibe oder ob ich eine Liste mit offiziellen GebüH Ziffern in die Rechnung einfüge.

Einen Sonderfall stellen osteopathische Behandlungen dar, wenn der Osteopath bei der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen ist. In diesem Fall werden dann Rechnungen auch von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die Abrechnungsart richtet sich dann nach den Sätzen, die die Gesetzliche Krankenversicherung vorgesehen hat.

Private Krankenversicherung PKV

Ist ein Patient privat krankenversichert, stehen die Abrechnungsarten „PKV Schwellenwert“, „PKV Mindestsatz“, „minimaler Rahmen“ und „maximaler Rahmen“ für die Auswahl im Patienten-Datensatz zur Verfügung. Falls der Patient nicht genau weiß, bis zu welchem Satz der Kostenträger die Leistungen übernimmt, empfehlen wir folgende Vorgehensweise.

Beim Patienten wird die Abrechnungsart „maximaler Rahmen“ hinterlegt. Dann wird eine Testrechnung im Anschluss der ersten Behandlung für den Patienten ausgestellt (mit der Bitte um schnellst mögliche Einreichung beim Kostenträger). Anschließend wird die Abrechnung des Kostenträgers mit dem Leistungskatalog verglichen. Falls alle Leistungen zum „maximalen Rahmen“ erstattet wurden, kann die Abrechnungsart unverändert beim Patienten verbleiben. Falls die Abrechnungsbeträge vom Kostenträger reduziert wurden, muss anhand des Leistungskataloges festgelegt werden, bis zu welchem Satz die Behandlungen übernommen werden. Diese Abrechnungsart wird dann beim Patienten im Patientendatensatz eingetragen.

GebüH – Intensiv – Abrechnungsseminare und Existenzgründungsseminare mit Intensiv-GebüH – Abrechnungsteil bei Sabine Schiewer erklären diese Sachverhalte eingehend und verständlich neben allen weiteren praxisrelevanten und wichtigen Themen. Eine für alle Therapeuten empfehlenswerte Schulung, egal, ob Sie in einer neugegründeten Praxis starten wollen oder Ihre Praxis bereits langjährig besteht, nicht aber den erwarteten oder erhofften Gewinn erzielt. Anmeldungen jederzeit unter

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Stefan Lackermeier
Heilpraktiker & IT-Berater
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